Biogas-Substrate

hochspezialisiertes Raupenfahrzeug für Vatermaisernte
Vatermais ist das am häufigsten eingesetzte Substrat

Substrate sind die Rohstoffe, aus denen in Biogasanlagen Energie erzeugt wird. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Produkte oder Reststoffe der landwirtschaftlichen Produktion. Wichtig dabei: Die Substrate müssen biologisch und chemisch unbelastet sein.

Unser Nachhaltigkeitskonzept sorgt außerdem für Regionalität beim Einkauf und somit für kurze Transportwege der Substrate. Zudem trägt es dazu bei, Nahrungsmittelkonkurrenz weitgehend zu vermeiden.

Mehr zu unserem Nachhaltigkeitskonzept

Der Nutzen für die Landwirtschaft

Die Landwirtschaft profitiert direkt von der regionalen Wertschöpfung bei der Biogaserzeugung:

  • Sie hat erweiterte Fruchtfolgemöglichkeiten und mehr Optionen beim Anbau von Feldfrüchten.
  • Außerdem kann Mineraldünger durch organischen Dünger ersetzt werden, indem die bei der Biogasproduktion entstandenen Gärreste wieder auf die Felder ausgebracht werden. Das hat gleichzeitig einen positiven Effekt auf unser Grundwasser.
  • Nicht zuletzt bietet die Biogasproduktion den Landwirten die Möglichkeit, sich ein weiteres wirtschaftliches Standbein zu schaffen.

Rohstoffe für die Biogasproduktion

Unter den Substraten bzw. der Biomasse versteht man sowohl gezielt angebaute Energiepflanzen (z.B. Energiemais), als auch bisher ungenutzte Pflanzen und Pflanzenteile. Auch Wirtschaftsdünger (z.B. Gülle oder Mist) und Reststoffe (z.B. Traubentrester und Getreidestäube) kommen bei der Biogaserzeugung zum Einsatz.

Mehr zur Erzeugung von Biogas

Welche Rohstoffe sind als Substrat genau geeignet?

Diese Rohstoffe kommen bei der Biogasproduktion als Gärsubstrate zum Einsatz:

Mais, Hirse, Grünroggen

Mais ist aufgrund der im Vergleich zu anderen Substraten sehr hohen Hektarerträge mit deutlichem Abstand der am häufigsten eingesetzte nachwachsende Rohstoff in der Biogaserzeugung. Darüber hinaus suchen wir bewusst nach Substratalternativen jenseits der klassischen Maisverwertung und legen dabei Wert auf Regionalität und lokale Wertschöpfung. Deshalb nutzen wir die in der Region verbreitet angebauten Vatermaispflanzen zur Biogasproduktion. Es handelt sich um Reststoffe aus der Saatgutproduktion, die normalerweise auf dem Feld verbleiben würden. Der Vatermais kommt als Substrat in der Biogasanlage im Gewerbepark Breisgau zum Einsatz und ist mit Blick auf die Teller-oder-Tank-Diskussion eine wichtige Alternative zu den herkömmlichen Energiepflanzen. Die technische Methode zur Ernte des Vatermaises haben wir gemeinsam mit Partnern entwickelt und schützen lassen.

Biomasse aus Hirse ist eine für viele Landwirte interessante Ergänzung in der Fruchtfolge. Hirse ist hinsichtlich des Energieertrags je Hektar ähnlich leistungsfähig wie Silomais. Darüber hinaus hat Hirse eine kürzere Vegetationszeit. Deshalb ist es die ideale Kultur als Zweitfrucht nach Wintertriticale oder Grünschnittroggen, die Mitte Mai ebenfalls für die Biogasanlagen genutzt werden.

Als Grünroggen oder Grünschnittroggen werden Winterroggensorten (Secale cereale) bezeichnet, die sich besonders für den Winterzwischenfruchtanbau eignen. Grünroggen unterscheidet sich von herkömmlichen Roggensorten durch ein früher einsetzendes Massenwachstum, eine größere Wuchslänge, geringere Standfestigkeit und einen niedrigeren Kornertrag.

Gülle, Mist und landwirtschaftliche Reststoffe

Vor allem in kleinen Biogasanlagen, wie sie von Landwirten häufig für den Eigenbedarf betrieben werden, wird Gülle als Hauptsubstrat eingesetzt. Die schwer verdaulichen Anteile des Viehfutters geben der Gülle noch ein gewisses Gaspotential. Zudem ist sie ein wichtiges Cosubstrat in pflanzenvergärenden Anlagen. Sie stabilisiert die Prozesse und liefert Stickstoffverbindungen und Spurenelemente, die das Wachstum der Mikroorganismen befördern.

Neben Gülle und Mist können landwirtschaftliche Reststoffe wie z.B. Traubentrester, Tabakstängel, Getreidestäube etc. als Biomasse energetisch verwertet werden. Diese Stoffe stellen eine interessante Ergänzung zu Wirtschaftsdünger (Gülle oder Mist) sowie eigens angebauten Substraten dar. Die Stoffe weisen teilweiserecht hohe Gasausbeuten auf, bestechen jedoch vor allem aufgrund ihrer Nachhaltigkeit, da sie in der Regel keiner Flächenkonkurrenz und keinem Konkurrenznutzen unterliegen.

Auch Stallmist findet Verwendung als Gärsubstrat. Das dabei häufig noch enthaltene Stroh liefert allerdings keinen nennenswerten Beitrag zur Gasausbeute. Die sachgerechte Vergärung von Mist und Gülle trägt dazu bei, die Emissionen des klimaschädlichen Methans aus der Tierhaltung zu reduzieren.

Gras und Grünschnitt

Der Einsatz von Grassilage in Biogasanlagen erfordert aufgrund der häufig langfasrigen Beschaffenheit ein gewisses technisches Know-How bzw. eine spezielle Rührtechnik. Meist werden Gras und Grünschnitt lediglich anteilig beigemischt. Bundesweit beträgt der Anteil in Biogasanlagen lediglich 9 Prozent (Stand 2016). Neben Gras von landwirtschaftlichen Flächen ist auch Grünschnitt aus der Landschaftspflege zur Vergärung geeignet.

Speisereste

Der Gesetzgeber unterscheidet verschiedene Arten sogenannter biogener Abfälle. Dazu gehören Speisereste, Magen- und Panseninhalt von Schwein und Rind, Fettabscheiderrückstände aus Großküchen und Bioabfälle. Sie alle sind in Biogasanlagen verwertbar. Da solche Abfälle meist unregelmäßig anfallen, werden sie vorzugsweise als Co-Substrat eingesetzt. Dafür gelten strenge Hygienisierungsvorschriften. Häufig schwanken die Vergärungseigenschaften von Bioabfällen stark, so dass die Nutzung relativ anspruchsvoll ist.

Was ist als Substrat nicht geeignet?

In Biogasanlagen können nicht alle Stoffe, die im weitesten Sinne als „biologisch“ gelten, als Gärsubstrat eingesetzt werden. Folgendes kann nicht verwendet werden:

  • Biomüll und Restmüll
  • Holzartige Biomasse
  • Anorganische und synthetische Stoffe

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Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch oder schreiben Sie uns eine E-Mail an biogas@badenova.de


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